Wo ist der Weg zum Selbst?

Es gibt viele Wege und Möglichkeiten um zu unserem Selbst zu finden – um bewusster und liebevoller mit sich selbst und allem was ist umzugehen.

Eine Gelegenheit um sich Zeit für bewusstes Sein zu nehmen, bietet sich im ILA- Yoga. Das Zusammenspiel von wohltuenden Körperübungen, den Asanas aus dem Hatha Yoga mit Meditation, Konzentration und innerer Schau bewirkt eine Art Kurzurlaub. Es führt uns in uns selbst und lässt die ständigen Gedanken für eine gewisse Zeit außen vor.

Das fängt bei der Anfangsmeditation bereits an. Die Aufmerksamkeit ist beim Atem, der sich in den Körperräumen mühelos ausdehnt. Die Gedanken erscheinen mehr und mehr wie in der Ferne spielende Hunde. So löse ich mich allmählich von allem was war oder sein wird und tauche ein – in das Jetzt – in diesen Augenblick, deren fließender und lebendiger Zeuge mein Atem ist. Die entfernt spielenden Gedanken beobachte ich, während ich mich in meinem ganzen Körper ausdehnen und spüren kann. Dann nehme ich eine tiefe Stille hinter dem Raum des Beobachtens wahr. Diese Stille ist unendlich, zugleich wohlwollend und scheint mit allem verbunden zu sein. Sie ist einfach. In diesem Zustand des Seins wird mir klar, dass alles, was für ein glückliches Leben wichtig sein mag, in mir selbst zu finden ist. Es ist alles da, um glücklich zu sein.

In dieser Stimmung beginne ich mit den Übungen. Es geht nicht um Leistung oder Ehrgeiz, nicht um besser sein oder Konkurrenz. Es geht um das wunderbare Zusammenspiel von Spannung und Entspannung zugleich.
Jede ganz leichte oder noch so intensive Dehnung in einer einfachen oder  fortgeschrittenen Übung enthält den ganzen Reichtum einer tiefen Entspannung in sich – einer äußerst freundlich und liebevoll gestimmten Ruhe und Verbundenheit, die sich mit dem frei fließenden Atem in immer mehr Bereichen meines Körpers manifestiert.

Manchmal gelingt es mir leicht, diesen Reichtum wahrzunehmen, manchmal gibt es eine Ahnung darüber und manchmal bin eben damit beschäftigt, irgendetwas anderes als diese Verbundenheit wahrzunehmen. Ich nehme das an, was gerade ist, weil das ein Teil meines Weges ist.

Am Schluss der Übungen folgt dann nochmal eine meditative Entspannungssequenz. Nun begebe ich mich ganz gezielt in den Jetzt-Raum und genieße für ein paar Minuten mein „in mir selbst Sein“. Nach neunzig Minuten bin ich beweglicher, gestärkter, entspannter und wohlgelaunt spüre ich die Verbundenheit mit allem was ist, wenn ich mich meinen alltäglichen oder allabendlichen Herausforderungen stelle.